DIE LIEBENDEN DES POLARKREISES
LOS AMANTES DEL CICULO POLAR
LES AMANTS DU CERCLE POLAIRE
Spanien/ Frankreich 1998 Dauer: 112 Min.
Regie und Buch: Julio Medem, Musik: Alberto Iglesias, Darsteller: Najwa Nimri, Fele Martinez, Nancho Novo, Maru Valdivielso, Peru Medem u.a.
Julio Medems Film über die Liebe, den Tod und das Kino.
Die Liebe zweier junger Menschen, die sich bereits als Kinder kennen lernen, sich dann aus den Augen verlieren, sich wieder begegnen und am finnischen Polarkreis zueinander finden. Ein schillernder Film, erdacht als emotionales Puzzle, das durch die verschiedenen Blickwinkel beider Protagonisten eine ambivalente Doppelbödigkeit erhält. Medem, ein Meister der spröden Poesie, erzählt eine einfache Geschichte, ein Märchen, das jenseits der Klischees (...) zu immer neuen Überraschungen und Rätseln führt. Ein Film über die Macht des Zufalls und über die Sehnsucht nach der Liebe.
nach fd 22/ 2000
Ein Fußball fliegt durch die Luft. Und ein kleiner Junge läuft ihm hinterher. Dabei trifft er auf ein trauriges Mädchen mit dunklen, brennenden Augen. Sein Leben wird nicht mehr dasselbe sein nach dieser Begegnung, von der man nicht genau weiß, ob sie zufällig geschehen ist oder schicksalhaft. Bestimmung und Koinzidenz, das ist ein großes Thema im internationalen Kunstkino der letzten Jahre, von Wong-Kar-wai bis Tom Tykwer, von Vincent Ward bis Atom Egoyan, von Stephan Elliott bis zum Basken Julio Medem. Die zwei Paten dieses Kinos, das vor allem in Liebesfilmen, die zwischen Melodram und Thriller oszillieren, die Erzählkunst neu zu entdecken versucht, sind wahrscheinlich Kieslowski und Hitchcock. Es ist dann auch eine Art Vertigo -Gefühl, ein poetischer und philosophischer Taumel, der die Filme von Julio Medem durchzieht. „DIE LIEBENDEN DES POLARKREISES“, sein vierter Film, ist gewissermaßen ein Epos des Kreises, ein Labyrinth des Zirkulären. Ein zentrales, schwindelerregendes Bild des Films: wie sich im sterbenden Auge einer Figur eine andere verliert. Zweifellos, Medem ist ein kleiner großer Film über die Liebe, den Tod und das Kino gelungen (...)
Hans Schifferle
nach epd Film 12/2000