ZUG DES LEBENS
TRAIN DE VIE
Frankreich/ Belgien 1998 Dauer: 103 Min. ab 14
Regie und Buch: Radu Mihaileanu, Musik: Goran Bregovic, Darsteller: Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari, Michel Muller, Bruno Abraham-Kremer u.a.
Ebenso wie Benigni („DAS LEBEN IST SCHÖN“) beschwört Radu Mihaileanu mit „ZUG DES LEBENS“ die Macht der Fantasie angesichts unvorstellbaren Schreckens
Ein kleines jüdisches Schtetl. Irgendwo im Osten Europas, 1941. Schlomo, der Dorfnarr, überbringt schlimme Nachrichten: Die deutschen Truppen rücken vor, jüdische Dörfer werden eliminiert, ihre Bewohner getötet oder verschleppt.
Noch am selben Abend ruft der Rabbi den Rat der Weisen ein, und ausgerechnet Schlomo hat die rettende Idee: um der drohenden Deportation durch die Nazitruppen zuvorzukommen, beschließen die Dorfbewohner, sich selbst zu deportieren und so vor den deutschen über Russland bis nach Palästina zu fliehen. Stück für Stück wird ein maroder Güterzug zusammengekauft, Vorräte werden angelegt, einigen der Dorfbewohnern wird eine Naziuniform geschneidert und akzentfreies Deutsch beigebracht.
Eines Nachts beginnt der Zug des Lebens mit allen Dorfbewohnern seine Irrfahrt in das gelobte Land. Eretz Israel. Unter der allgegenwärtigen Angst, von echten Deutschen entdeckt zu werden, beginnen die Fliehenden sich zunehmend in ihren Rollenspielen zu verlieren: die falschen Uniformträger nehmen sich plötzlich sehr wichtig, in der neu gegründeten kommunistischen Gruppe an Bord regt sich heftiger Widerstand gegen diese „Bourgeoisen Faschisten“.
So rollt der Zug weiter, verfolgt nicht nur von den Deutschen, auch von den Partisanen, die ihn sprengen wollen.
Mit Mut und Witz meistern die Zuginsassen die heikelsten Situationen, bis sie sich schließlich der Frontlinie nähern ...
nach Verleihinformationen
Eine bittere Komödie vor dem Hintergrund der Shoa, die das Tragische im Komischen spürbar werden lässt und dem typisch jiddischen Humor ein Denkmal setzt. „ZUG DES LEBENS“ ist eine überdenkenswerte Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust, der trotz aller erzählerischen Leichtigkeit das Leben als Alptraum schildert.
nach fd 6/2000