Eine kleine Insel vor der Küste Neuenglands im Sommer 1965: Ausgestattet mit allem, was man zum Überleben in der Wildnis benötigt, büchst der junge Pfadfinder Sam aus dem Sommercamp aus, um mit seiner Freundin Suzy durchzubrennen. Der ganze Ort steht daraufhin Kopf, und eine fieberhafte Suche nach den 12-jährigen Ausreißern beginnt. An ihr beteiligen sich neben den hysterischen Eltern des Mädchens auch der Dorf-Sheriff, der Oberpfadfinder des Ferienlagers und eine überambitionierte Sozialarbeiterin. Je schwieriger sich die von großem Tumult begleitete Aktion gestaltet, desto mehr dämmert allen Beteiligten, dass die Liebe zwischen den flüchtigen Teenies doch wohl sehr groß sein muss. Wes Anderson, Großmeister des skurrilen Humors, schickt ein beeindruckendes Staraufgebot in schauspielerischer Höchstform auf einen Suchtrip, der von absurder Situationskomik und akuten Nervenzusammenbrüchen begleitet wird, bis eine gefährliche Unwetterfront die erhitzten Gemüter zur Abkühlung zwingt. Aber wer suchet, der findet auch - nicht zuletzt die eigene Beschränktheit und verlorene Träume!
Quelle: Verleih
Eine spannende Romanze, ein beinahe märchenhafter Rückblick in die Vergangenheit oder eine schrille Sixties-Jugendkomödie? Wes Andersons Film, Eröffnungsfilm von Cannes, ist vor allem eines: 100 Prozent Wes Anderson.
Sein Stil ist ebenso unverkennbar wie unkonventionell: bis ins kleinste Detail durchkomponierte Bilder und ein bizarrer Sinn für Situationskomik – alles schön anzusehen und dabei gelegentlich angenehm boshaft, was den Umgang mit amerikanischen Idealen betrifft. Die Ausreißergeschichte um das jugendliche Liebespärchen Sam und Suzy im New England der 60er Jahre ist aber noch mehr: so amüsant, liebevoll und originell, dass die Starbesetzung beinahe nur wie der Zuckerguss auf einer mehrstöckigen Geburtstagstorte wirkt.
Quelle: Programmkino.de