Primetime

Kino unterm Radar

 

Eine persönlich kuratierte Reihe der verpassten Filme, der inhaltlichen Experimente. Das Nichtalltägliche, das proviziert und auch mal wehtut . . .

 

Begleitet werden die Projektionen durch Einführungen zu den jeweiligen Filmen, der Bedeutung bzw. dem individuellen Grund der Auswahl der Filme und im Anschluss von der Möglichkeit zum Diskutieren.

 

Und das alles in neuen Räumen im Kulturquartier Schauspielhaus.

 

 

     

Mittwoch - 21. 08 2019
19:30 SUSPIRIA
Mittwoch - 28. 08 2019
19:30 BURNING
Mittwoch - 04. 09 2019
19:30 MENASHE
Mittwoch - 11. 09 2019
19:30 RAFIKI
Mittwoch - 25. 09 2019
19:30 MIDSOMMAR || V O R P R E M I E R E
Mittwoch - 02. 10 2019
19:30 THE WILD BOYS
Mittwoch - 09. 10 2019
19:30 TOUCH ME NOT
Mittwoch - 16. 10 2019
19:30 MOTHER, I AM SUFFOCATING. THIS IS MY LAST FILM ABOUT YOU.
Mittwoch - 23. 10 2019
19:30 DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN

Kinoklub im Schauspielhaus

Klostergang 4 | Erfurt

 

Einlass 19.00 Uhr | Beginn 19.30 Uhr

 

Eintritt 5€

 

Das Haus ist kühl - Zieht Euch warm an!

 

Reservierungen: primetime.ssh@gmail.com

 

facebook: kinoklubamhirschlachufer

instagram: kinoklubimschauspielhaus

 

 

 

Wir danken für die Förderung

 

            


Die Filme

SUSPIRIA

 

 TRAILER

Die junge Amerikanerin Susie Bannion kommt 1977 zum renommierten Markos Tanzensemble nach Berlin. Während Susie unter der revolutionären künstlerischen Leiterin Madame Blanc außergewöhnliche Fortschritte macht, freundet sie sich mit der Tänzerin Sara an. Als Patricia, ebenfalls Mitglied des Ensembles, unter mysteriösen Umständen verschwindet, kommt der Psychotherapeut der jungen Tanzschülerin, Dr. Josef Klemperer, einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Auch Susie und Sara ahnen, dass sich hinter der Fassade von Madame Blanc und ihrer Tanzschule unbarmherzige Hexen verbergen.


Mit SUSPIRIA ist Luca Guadagnino (CALL ME BY YOUR NAME) ein brillantes Remake von Dario Argentos Klassiker gelungen. Mit einer exzellenten Besetzung und in unvergesslichen Bildern hat der Oscar®-nominierte Regisseur ein fesselndes Meisterwerk geschaffen, das einem sensationell den Atem raubt.
// Koch Films

 

IT, USA 2018 | 152 min | FSK 16 | OmU

 

R: Luca Guadagnino
D: Dakota Johnson, Tilda Swinton, Mia Goth, Chloë Grace Moretz


BURNING

 

 TRAILER

Nach seinem Studium kehrt der junge Jongsu in sein Heimatdorf zurück. Ein zufälliges Wiedertreffen mit seiner Schulkameradin Haemi führt zu einer gemeinsamen Nacht. Jongsus Gefühle sind geweckt, doch der Zeitpunkt ist ungünstig – Haemi steht kurz vor einem lange geplanten Trip nach Afrika. Sehnsüchtig erwartet Jongsu den Tag ihrer Rückkehr. Am Flughafen trifft er Haemi jedoch nicht alleine an. Auf der Reise hat sie den wohlhabenden und mysteriösen Ben kennengelernt, der von nun an nicht mehr von ihrer Seite weicht. Als Haemi plötzlich spurlos verschwindet, stürzt die verzweifelte Suche nach ihr Jongsu in ein Labyrinth aus Misstrauen und Paranoia.

Der vielfach ausgezeichnete Mystery-Thriller BURNING von Regisseur Lee Chang-dong, beruht auf einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami und war u. a. 2018 für die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes nominiert, erhielt dort den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik und konnte auf zahlreichen weiteren Festivals Kritiker und Publikum gleichermaßen überzeugen. Yoo Ah-in und Newcomerin Jun Jong-seo brillieren neben „The Walking Dead“-Star Steve Yeun in diesem psychologisch vielschichtigen Suspense-Thriller, der mit seinen poetisch-melancholischen Bildern als neues Meisterwerk des südkoreanischen Genrekinos hervorsticht.
// capelight pictures
 

Südkorea 2018 | 148 min | FSK 16 | OmU

 

R: Lee Chang-Dong
D: Yoo Ah-In, Steven Yeun, Jeon Jong-seo


MENASHE

 

 TRAILER

Der komplett auf jiddisch gedrehte Film erzählt die Geschichte des Witwers Menashe, der entgegen aller religiösen Traditionen darum kämpft, seinen Sohn Rieven allein erziehen zu können. Die Voraussetzungen dafür stehen schlecht: Menashe lebt in der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Borough Parkin Brooklyn, New York. Die dortigen Erwartungen an die Bewohner folgen einem rigiden Verhaltenskodex, alleinerziehende Väter sind nach strenger Auslegung der Thora nicht vorgesehen.
Der tollpatschige Supermarktverkäufer Menashe passt auch sonst nicht recht in das konforme Bild der Gemeinde. Er ist ein klassischer Schlimasel, vergesslich und chaotisch, der den chassidischen Hut nicht trägt und seine Schläfenlocken hinter den Ohren versteckt.
Mit seinem kleinen Gehalt kommt er dazu kaum über die Runden, und so bestimmt der Rabbi, dass der Sohn Rieven besser bei der Familie des Onkels aufwächst – solange bis Menashe wieder heiratet und sein Leben in geordnete Bahnen führt.
Für Menashe beginnt ein innerer und äußerer Kampf mit den Traditionen, an dessen Ende er sich entscheiden muss, ob er frei sein will oder sich den Erwartungen beugt.
// mindjazz pictures
 

USA 2017 | 82 min | FSK 6 | OmU

 

R: Joshua Z. Weinstein
D: Menashe Lustig, Ruben Niborski, Yoel Weisshaus


RAFIKI

 

 TRAILER

„Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. So wird auch ihre alleinerziehende Mutter dafür verantwortlich gemacht, dass ihr Mann sie für eine jüngere Frau verlassen hat. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie es zu leben hat. So freundet sie sich auch mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Doch als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsamen Glück.

Rafiki – der Titel bedeutet auf Suaheli „Freund(in)“ – ist der erste kenianische Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst, wo Homosexualität noch immer unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert wurde. Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte „Jambula Tree“ (2008) der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko, erzählt Rafiki von einer afrikanischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. Ein mitreißender Film, der vor Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben leuchtet.
// edition salzgeber
 

Kenia 2018 | 83 min | FSK 12 | OmU

 

R: Wanuri Kahiu
D: Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Jimmi Gathu, Nini Wacera


MIDSOMMAR || V O R P R E M I E R E

 

 TRAILER

V O R P R E M I E R E   |   P R E V I E W

 

Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani ihrem Freund Christian auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die freundlichen Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.

Nach dem Überraschungshit HEREDITARY legt Ausnahme-Regisseur Ari Aster den nächsten kultverdächtigen Horrorfilm vor, der sich zu einem albtraumhaften filmischen Märchen entfaltet. MIDSOMMAR spielt geschickt mit der Brutalität nordischer Mythen und entfesselt in atemraubenden Bildern die Kraft obskurer Riten in Nächten, die keine Dunkelheit kennen.
// Weltkino

 

USA 2019 | 145 min | FSK n.k.A. | OmU

 

R: Ari Aster
D: Jack Reynor, Florence Pugh, Will Poulter


THE WILD BOYS

 

 TRAILER

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane zermürbt und mit den Kräften am Ende proben sie den Aufstand – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von der eine mysteriöse Kraft ausgeht. Nach einiger Zeit beginnt ihr Zauber, sie zu verändern…

Frei nach dem Beat Generation-Roman „The Wild Boys: A Book of the Dead“ (1971) von William S. Burroughs, der u.a. David Bowie zu Ziggy Stardust inspirierte.

Es ist ein Abenteuer. Es ist eine Erleuchtung. Die Filme von Bertrand Mandico sind ein üppiger Tropenwald voll schillernder Farben und Blüten, voll Schatten und Wehmut, voll Gleichmut und erotischer Faulheit. Es gibt auch Galerien von Edelsteinen und Voodoo-Totems, die aussehen, als hätte man sie direkt aus unserem Skelett geschnitten, in einer Szenerie von unerbittlichem Schwarz und unglaublicher Detailverliebtheit. Und die Worte fallen wie Orakelsprüche, zwischen sprühendem Witz und einem Todesurteil. Bisher hatte Bertrand Mandico den Kurzfilm zum Labor seiner größten Experimente gemacht: jeder Film hatte die Erhabenheit eines Blitzes, der den Sturm am viel zu ruhigen Himmel des gegenwärtigen Kinos ankündigt. Jetzt regnet es Diamanten. – Pacôme Thiellement.
// drop out cinema
 

FR 2018 | 110 min | FSK 16 | OmU

 

R: Bertrand Mandico
D: Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Mathilde Warnier


TOUCH ME NOT

 

 TRAILER

Vorführung mit Filmgespräch

 

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt TOUCH ME NOT der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Mit abwechselnd klinisch kühlen, erotischen und zärtlichen Bildern nimmt uns Regisseurin Adina Pintilie mit auf eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen: eine fundamentale filmische Erfahrung, die niemanden unberührt lässt.

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und scheut sich auch nicht, Menschen mit Angststörungen und körperlicher Behinderung auf dem Weg zu einer erfüllten Intimität zu begleiten. TOUCH ME NOT zeigt, wie man den anderen liebt, ohne sich selbst zu verlieren.
// alamode film

 

Im Anschluss an die Vorführung laden wir zum Gespräch mit einem der Protagonisten des Films ein.

 

RO, DE, CZ, FR, BG 2018 | 125 min | FSK 16 | OmU

 

R: Adine Pintilie
D: Laura Benson, Tomas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann


MOTHER, I AM SUFFOCATING. THIS IS MY LAST FILM ABOUT YOU.

 

 TRAILER

Vorführung mit Filmgespräch

 

On the dusty streets of Lesotho, people stare inquisitively at a young woman who carries a wooden cross on her back. She looks back into their faces, at the mystically beautiful landscape, a herd of sheep, and a pair of hands that knit unceasingly. Located midway between documentary, fiction, and experimental film, this beautifully rendered film from self-taught director Lemohang Jeremiah Mosese marks him as an important talent to watch. Taking the form of an extended, poetic letter to the protagonist’s mother and motherland, the film shifts its perspective between Southern African and Germany, where Mosese now lives. This is a brave and powerful film, at once both intimate and alienated, that explores issues of colonialism, shame, whiteness, integration, and liminality, while speaking to the diasporic experience of time and space.

In den staubigen Straßen von Lesotho starren die Menschen neugierig auf eine junge Frau, die ein Holzkreuz auf dem Rücken trägt. Sie schaut zurück in ihre Gesichter, auf die mystisch schöne Landschaft, eine Schafherde und ein Paar Hände, die ununterbrochen stricken. Dieser wunderschön gerenderte Film des autodidaktischen Regisseurs Lemohang Jeremiah Mosese befindet sich in der Mitte zwischen Dokumentar-, Fiktions- und Experimentalfilm und ist ein wichtiger Beitrag, den es zu sehen gilt. In Form eines ausgedehnten, poetischen Briefes an die Mutter und das Vaterland des Protagonisten wechselt der Film seine Perspektive zwischen Südafrika und Deutschland, wo Mosese heute lebt. Dies ist ein mutiger und kraftvoller Film, der gleichzeitig intim und entfremdet ist und Themen wie Kolonialismus, Scham, Weiße, Integration und Begrenztheit aufgreift, während er sich mit der diasporischen Erfahrung von Zeit und Raum befasst.
// South African International Documentary Festival

 

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur Jeremiah Mosese und Vertretern der Universität Erfurt statt!
Der Film und die Diskussion finden in Englischer Sprache statt, wir werden das Gespräch bei Bedarf übersetzen.

 

In Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung.

 

Lesotho, Katar, DE 2019 | 76 min | FSK o.A. | Originalfassung

 

R: Lemohang Jeremiah Mosese


DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN

 

 TRAILER

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existentialisten, für den Sex »auch nur noch ein Markt« ist, und wartet in einer Drag Bar »auf das Ende des Kapitalismus«. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, YogaStudios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten.

In 15 komischen Begegnungen erforscht DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN unsere postmoderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang. Susanne Heinrichs Debütfilm verbindet Pop und Theorie, Feminismus und Humor – und ist voll von Zitaten, die man in Neonbuchstaben auf Werbetafeln leuchten sehen will.
// edition salzgeber
 

DE 2019 | 80 min | FSK 12 | OF

 

R: Susanne Heinrich
D: Marie Rathscheck, Nicolai Borger, Yann Grouhel, Nicolo Pasetti