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FilmAusLese | So, 6.1.2019, 11.00 Uhr

MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM | Der Kinoklub Erfurt und die Buchhandlung...

Preise / Allgemeines

EINTRITTSPREISE

Erwachsene  6,50 Euro
ermäßigt *  5,00 Euro

* Ermäßigung für Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte, Hartz-IV-Empfänger, Sozialausweisinhaber (nach Vorlage eines entsprechenden Nachweises)


KASSENÖFFNUNGSZEITEN

ab 16.00 Uhr
bzw. 30 min vor Vorstellungsbeginn


KARTENVORVERKAUF

ab 16.00 Uhr (nur für den Spieltag)


KARTENVORBESTELLUNGEN

Telefon 0361-6422194
(max. 2 Tage im voraus)
Bestellungen  über Anrufbeantworter / E-Mail  können wir leider nicht berücksichtigen.
Bestellte Karten müssen spätestens 15 min vor
Filmbeginn abgeholt werden.


EINLASS

30 min vor Vorstellungsbeginn


CAFÉ

Wir öffnen für Kinogäste 30 min vor Vorstellungsbeginn bis zum Filmstart.

JUGEND FILMJURY

Seit 2014 trifft sich im Kinoklub unsere Erfurter Jugend Filmjury der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW. Bei ihren regelmäßigen Treffen schauen sich Kinder und Jugendliche die neuesten Kinder- und Jugendfilme an und geben eine Bewertung ab mit Tipps für sehenswerte Filme.

 

Hier die neuesten Empfehlungen unserer Erfurter Jugend Filmjury           

DIESES BESCHEUERTE HERZ

Stell dir vor, du wirst mit einem Herzfehler geboren und hast jeden Tag Schmerzen, musst täglich 16 Tabletten schlucken, eine Sauerstoffflasche dabei haben und bist die meiste Zeit deines Lebens im Krankenhaus. Genau das zeigt das Drama DIESES BESCHEUERTE HERZ sehr realistisch an Davids Leben, das durch Therapie und Krankenhaus sehr eingeschränkt ist. Davids Arzt verdonnert nach einer Partynacht seinen 30-jährigen verschwenderischen Sohn Lenny dazu, dem 15-jährigen David zu helfen, weil Lenny das Luxusauto seines Vaters ohne Reue im Pool versenkt hat. Der ignorante Lenny soll David eine schöne Zeit bereiten. Dafür schreibt der in sich gekehrte David eine Liste, was er noch alles machen will. Zuerst MUSS Lenny helfen, die Liste abzuarbeiten, dann WILL er es. Denn er bekommt mit, wie schlecht es David geht. Er fühlt sich gebraucht. Denn Lenny macht David glücklich und die Tatsache, dass er zu so etwas im Stande ist, macht Lenny glücklich. David kannte nur das Hospiz für kranke Kinder, die Neubauwohnung, das Krankenhaus und seinen persönlichen Krankenwagen. Mit Lenny aber geht er shoppen, lernt Gas zu geben und erlebt Aufregendes. Der Wechsel von traurigen und lustigen Szenen macht den Film gefühlvoll und gleichzeitig unterhaltsam. Das hat uns gut gefallen. Besonders berührend ist es dann, wenn keiner etwas sagt und die Kamera die Menschen von Nahem zeigt. Die Musik leitet oft vor dem Bild die nächste Szene ein. Das lockt den Zuschauer und regt die Emotionen an. Uns beeindruckt, dass David trotz seiner Krankheit nie wirklich die Lust am Leben verliert, nach seinem Motto „Was du jetzt nicht tust, kannst du vielleicht nie wieder tun“. Seine positive Lebenseinstellung ist im Film spürbar und beeinflusst auch Lenny und bringt ihn dazu, sein Leben endlich in die Hand zu nehmen. DIESES BESCHEUERTE HERZ macht den Zuschauern Mut, egal in welcher Lebenslage. In diesem Sinne geht ins Kino und schaut euch den Film an, der für alle Altersgruppen ab 10 Jahren geeignet ist.

Kinostart: 21.12.17 | FSK: 0

AMELIE RENNT

Jeder Mensch rennt vor etwas weg: Verpflichtungen, Erinnerungen, Gefühlen, Ängsten. Jeder zehnte Mensch ist von Asthma betroffen. So auch das sture Berliner Stadtkind Amelie. AMELIE RENNT, obwohl sie sehr schlecht Luft bekommt. Sie rennt die ganze Zeit aus Angst vor sich selbst und ihrer Verantwortung. Da sie bei einem heftigen Anfall ihre Medikamente ablehnt, wird sie in eine Rehaklinik in den Alpen eingewiesen. Auch dort verweigert sie jede Art von Hilfe und empfindet die Therapie als Zwang. Um dem Drang aller, ihr zu helfen, zu entfliehen und aus Angst, an der Therapie „zu ersticken“, läuft sie weg. Und gerade weil es ihr niemand zutraut, entscheidet sie sich für den schweren Weg bergauf, weil sie beweisen will, dass sie stärker ist als ihre Krankheit. Bei ihrem turbulenten Aufstieg begleitet sie der vorausschauende, freiheitsliebende, naturnahe, sympathische, rotlockige und unabhängige Bergjunge und „Herdenmanager“ Bart, der sie schiebt, trägt, fluchend erträgt und unterstützt. Sie geht trotz ihrer Überzeugung „Berge sind Scheiße“ zum Alpenbrennen, einem Feuer auf dem Berg, welches Krankheiten beim Überspringen lindern soll. In AMELIE RENNT passt alles zusammen. Es wird eine spannende Geschichte erzählt, die romantisch, aber nicht kitschig ist und ein ernstes Thema anschaulich und fröhlich erzählt. Amelie fühlt sich so eingeengt von ihrer Krankheit, dass sie alles und jeden mit Trotz und einer riesigen Bandbreite an Fluchen entgegenkommt, die bisher auch alle abgeschreckt hat, Bart jedoch nicht sonderlich beeindruckt. „Wenn ich fluche, merke ich, dass ich noch atme.", antwortet Amelie schlagfertig wie immer auf Barts Frage, ob ihr bei der vielen Flucherei nicht die Luft ausginge. Und das tut sie wirklich unheimlich oft: Fluchen. Bart stört das nicht sonderlich, sondern er versucht sich stattdessen bei dem Aufstieg mit ihr in seinen Fluchkünsten zu messen. Bergjunge vs. Stadtgöre. Es entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden, die auf Gegenseitigkeit beruht und die Unbeschwertheit einer fast schon kindlichen Freundschaft widerspiegelt. Bart trägt Amelie, als sie kaum noch Luft bekommt. Er zeigt ihr, wie man in den Bergen überlebt und der Zuschauer hat das Gefühl, dass er, auch ohne dass Bart und Amelie sich unterhalten, die beiden versteht und mit dabei ist. Denn zwischen den ausschwenkenden Kamerafahrten werden immer wieder Nahaufnahmen von Gesichtern gezeigt. Diese Aufnahmen helfen, die Gefühle zu verstehen und nah dran zu sein, zum Beispiel, wenn Amelie nach Luft ringt. Außerdem passt die Musik immer gut zu Amelies Stimmung. Als sie einen Anfall erleidet, wirkt die Musik dumpf, als würde man den Herzschlag hören, während die Naturszenen eher mit fröhlicher Musik hinterlegt sind. Der Abenteuerfilm mit den großartigen Hauptdarstellern ist gut geeignet für die ganze Familie und Kindern ab 12 Jahren. Ihnen fällt es leichter, Amelie nachzuvollziehen, den Konflikt mit ihren Eltern zu verstehen und ihre Ablehnung, sich der Therapie zu fügen, zu begreifen.

Kinostart: 21.09.17 | FSK: 6

HAPPY FAMILY

Nach 1000 Jahren Einsamkeit sehnt sich Graf Dracula nach Liebe und Zuneigung. In der etwas tollpatschigen Emma Wünschmann entdeckt er plötzlich die Frau seiner Träume, die jedoch mit ihrer pubertierenden Tochter Fee, ihrem schlauen aber leider unbeliebten Sohn Max und ihrem völlig überarbeiteten und abwesenden Mann Frank schon genug Probleme hat. Alle vier der Familie Wünschmann haben ihre eigenen Wünsche und sind unglücklich, weil diese sich nicht erfüllen. Das ist die ideale Voraussetzung für Draculas Vorhaben, denn nur eine unglückliche Frau mit Seele kann durch eine Hexe in eine Vampirin und damit in seine Geliebte verwandelt werden. Doch was, wenn so ein Zauber auch andere trifft? Nachdem Emma, Fee, Max und Frank zu einer Vampirin, einer Mumie, einem Werwolf und Frankensteins Monster geworden sind, starten sie die rasante Suche nach ihren früheren Ichs und erfahren dabei, dass die Erfüllung ihrer Wünsche nicht alles ist, sondern wie wichtig auch die Familie sein kann. Schnelle Schnitte, wechselnde Positionen der Kamera, viele Ortswechsel und Verfolgungsjagden zu Luft, zu Wasser und in der Wüste treiben den unterhaltsamen Animationsfilm voran. Es gibt viele fantasievolle Ideen, wie die monumentale, mit Hightech kombinierte Darstellung von Draculas Schloss mit einer Orgel, die an einen Flügel erinnert und genügend Anspielungen an andere Kinofilme (Batmans Batcave, Die Mumie und vieles mehr). Jedoch ist der Film auch von vielen Klischees belastet und bei der Grundidee handelt es sich um keine wirklich neue oder innovative Idee. Aber eine nie enden wollende Reihe an Witzen zieht sich durch den humorvollen Familienfilm und heitert auch die spannendsten Szenen durch lustige Einwürfe und Details auf, wie die drei süßen und musikalischen Fledermäuse, die bei Dracula leben, die verpeilte Hexe und zwei schwäbische Kamelreiter. Um nur einige zu nennen. Wir empfehlen die Komödie für alle kleinen Fledermäuse ab 8 Jahren. Fliegt ins Kino und schaut euch den Film HAPPY FAMILY mit Familie an, denn der macht happy.


Kinostart: 24.08.17 | FSK: 0

Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Habt ihr euch schon einmal darüber Gedanken gemacht, dass ein Lachen mehr wert ist als alles Geld der Welt? Denn wenn der Mensch lacht, verliert der Teufel seine Macht. Der Film TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN handelt genau von diesem Thema. Der anfangs auffällig fröhliche Timm Thaler schließt einen Pakt mit dem Teufel, um ein Junge mit Geld und Macht, aber gefühllos und ohne ein Lächeln auf den Lippen, zu werden. Dadurch, dass das Lachen plötzlich fehlt, ändert sich schlagartig die Stimmung des gesamten Films. Vor allem an der Beziehung zwischen Timm und seiner besten Freundin Ida wird seine Entwicklung deutlich. Die kleine Gasse mit den zierlichen Häusern und der verzierten Bäckerei in der Ida wohnt, wirkt gemütlich und man fühlt sich wohl und geborgen. Ein großer Kontrast ist die nur nützliche, moderne und kalte Zentrale vom Baron Lefuet. Alles im Film ist liebevoll und detailreich ausgestattet. Kamera und Ton empfanden wir als gelungen, vor allem im großen Finale. In unserer Jury gab es gespaltene Meinungen. Die älteren Jurymitglieder konnten sich nicht auf den Film einlassen, zum Beispiel fanden sie die Wiederholungen der Wetten störend, während die jüngeren Jurymitglieder begeistert mitfieberten. Auch schweift der Film oft vom Buch ab, was einerseits die Geschichte etwas auflockert, andererseits aber auch Fragen aufwirft. Zum Beispiel: Warum wurde Modernes und Vergangenes beliebig miteinander vermischt? Der Film hat zwar einige Längen, aber er zeigt auch deutlich, dass man den Teufel nur durch Lachen besiegen kann. Der Wert eines Lachens bekommt durch diesen Film eine ganz neue Bedeutung. Wir empfehlen den Film ab 8 Jahren, da einige Szenen vielleicht zu kompliziert sind.

Kinostart: 02.02.17 | FSK: 0

Auf Augenhöhe

Dieser Kinderfilm handelt von der mitreißenden Geschichte des zehnjährigen Waisenjungen namens Michi. Nach dem Tod seiner Mutter lebt er im Heim und fühlt sich eigentlich sehr wohl dort. Bis er eines Tages einen Brief seiner Mutter findet und erfährt, wo sein leiblicher Vater lebt. Doch der entspricht nicht ganz seinen Vorstellungen... Der Familienfilm hat uns so gut gefallen, weil er sehr emotional ist. Michi hat sich gefreut, endlich eine Familie gefunden zu haben, doch die erste Begegnung mit seinem Vater Tom ist eine Enttäuschung. Tom wird plötzlich Vater. Er freut sich und fährt ins Kinderheim zu Michi. Dort wird er jedoch von den anderen Kindern gedemütigt und verspottet. Es ist traurig anzusehen, dass selbst Michi seinen Vater nicht akzeptiert, denn Tom ist kleinwüchsig und somit anders als andere Väter. Es ist sehr spannend, wie sich die Beziehung der Beiden im Laufe des Films verändert. Sie sind fast gleich groß, aber erst mit der Zeit und vielen Gefühlen wie Ablehnung, Wut und Hass begegnen sie sich auf Augenhöhe. Obwohl Michi oft gemein zu seinem Vater ist, bemüht Tom sich immer wieder, die Sympathie seines Sohnes für sich zu gewinnen. Die Musik hat die Geschichte des Filmes unterstützt. An berührenden Stellen kam leise und beruhigende Gitarrenmusik und in fröhlichen und aktiven Situationen eher laute und unternehmungslustige Musik wie Rap. Die meiste Zeit des Filmes ist die Kamera auf Augenhöhe der beiden Hauptdarsteller und sehr nah an ihnen dran. Die kreative Kameraführung, zum Beispiel Handkamera und Vogelperspektive, sowie der aufwändige Schnitt bringen Spannung in den Film. Außerdem versteht man so Toms Probleme besser. In einer Szene sieht man Tom in einem vollen Bus stehen, er fühlt sich sichtlich unwohl. Die ausdrucksstarke Farbzusammensetzung unterstreicht die Gefühle von Tom und Michi. Das zeigt auch, wie abwechslungsreich der Film ist. Die eine Szene ist sehr dunkel gehalten, zum Beispiel als Michi sich allein gelassen fühlt. Im nächsten Bild leuchten die Farben wieder hell und fröhlich, genauso wie im echten Leben. In einem Moment fühlt man sich einsam und im nächsten passiert schon wieder etwas Schönes. ...und dann überrascht ein Ende, dass keiner erwartet hätte. Wir empfehlen den Film ab 9 Jahren, weil es im Film auch um die Gefühle des Vaters geht und die erst ab diesem Alter richtig nachvollziehbar sind.

Kinostart: 15.09.16 | FSK: 6

Ente gut! Mädchen allein zu Haus

In dem Film geht es um die Geschwister Tien und Linh, dessen Mutter dringend nach Vietnam zur kranken Großmutter reisen muss und die Kinder alleine lässt. Linh muss die Mutterrolle übernehmen, ohne dass es auffliegt. Die neugierige Einzelgängerin Pauline aus dem Hochhaus gegenüber kommt bei ihren Spionageabenden hinter das Geheimnis der Familie und erpresst die beiden Mädchen damit. Doch Pauline spürt den Ernst der Lage und ändert ihre Meinung. Sie entwickelt sich von der Erpresserin zur wahren Freundin. Der Film ist realistisch, weil er spannend von zwei verschiedenen Welten erzählt: die der vietnamesischen Großgemeinschaft mit leuchtenden Farben und die der kleinen deutschen Familie Paulines. Es ist unterhaltsam zu sehen, wie die drei Kinder die Probleme mit immer neuen Ideen und Ausreden versuchen zu lösen. Ausstattung, Musik und Kamera helfen bei diesem besonderen Kinderfilm neben der schönen Freundschaftsgeschichte einen Blick in eine andere Kultur zu bekommen. Wir empfehlen den Film Kindern ab 9 Jahren, weil er ein ernstes Thema beinhaltet.

Kinostart: 26.05.16 | FSK: 0